Depot für Kinder: Wie du Vermögen aufbaust für die nächste Generation

depot für kinder

Bei der Geldanlage für Kinder wollen Eltern kein Risiko eingehen.

Schade.

Gerade für Kinder ist ein Investment an der Börse und ein Depot für Kinder eine kluge Idee. Wieso? Das entdeckst du im Artikel:

Den Artikel hören im „Meine Mäuse – der Finanzpodcast für die Familie“

Du kannst den Artikel auch ganz bequem hören im Podcast „Meine Mäuse – der Finanzpodcast für die Familie“ von meinem Finanzbloggerkollegen Nico und mir.

Vorteile Depot für Kinder

Eine lange Laufzeit senkt das Risiko

Wenn du das Depot schon zu Geburt eröffnest, wirst du es wohl über 18 Jahre besparen können. Falls dazwischen eine Krise eintritt, dann erholt sich die Wirtschaft innerhalb dieser Zeit und das Depot für Kinder legt ordentlich an Wert zu. An der Börse gibt es keine Garantie. Ein langer Zeithorizont und ein diverses Investment reduzieren aber das Risiko.

Dein Kind kann etwas über seine Geldanlage lernen

Dein Kind viel über eine kluge Geldanlage lernen. Anders als Geld am Sparbuch entwickelt sich der Börsenkurs Mal rauf, Mal runter. Wichtig ist es, in der Krise nicht zu verkaufen und sich breit und kostengünstig aufstellen. Das klappt mit einem ETF auf einen weltweiten Index.

Das Depot für Kinder ist rentabel

Ein ETF auf den Index MSCI World kann im Durchschnitt 5 % reale Rendite pro Jahr erwirtschaften, inklusive Inflation. Ein herkömmliches Sparkonto wird kaum mehr als 0 % Zinsen inklusive Inflation erreichen. Am Ende wird das Gesparte durch die Geldentwertung sogar an Kaufkraft verlieren.

Was bedeutet das in Zahlen? Investierst du zur Geburt für dein Kind 2.000 Euro in einen ETF und legst zusätzlich pro Monat 50 Euro per ETF-Sparplan zur Seite, erhält dein Kind zum 18. Geburtstag hochgerechnet rund 22.000 Euro.

Happy Birthday! Am Sparbuch wären das nur 12.800 Euro.

Was beim Depot auf den Namen der Kinder zu beachten ist

Vor Depoteröffnung stellen sich viele Eltern die Frage, ob es sinnvoller ist, das Kinderdepot auf den eigenen Namen oder auf den Namen des Kindes zu eröffnen. Die Frage ist nicht für jeden gleich zu beantworten. Es gibt viel zu beachten.

Es hat steuerliche Vorteile, wenn du ein Depot für Kinder eröffnest

Der erste Brief für dein Baby kommt vom Finanzamt. Das ist eine gute Nachricht! Denn du erhältst somit eine Steuer-ID für dein Kind. Ab sofort kannst du den Steuerfreibetrag von derzeit 801 EUR pro Jahr nutzen, der jedem Bürger zusteht. Dividenden oder der Gewinn von bis zu 801 EUR pro Jahr pro Kind ist also steuerfrei. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung für Kinder, die alle 3 Jahre erneuert werden muss, sind sogar über 10.000 Euro an Gewinnen und Dividenden pro Jahr steuerfrei.

Würde das Depot auf deinen Namen lauten, müsstest du von den 801 EUR Gewinn oder Dividenden wieder mindestens 25 % an das Finanzamt überweisen, wenn du deinen Freibetrag von 801 EUR (bzw. 1.602 € beim Ehepaar) schon ausgeschöpft hast. Bei hohen Einkommen kommt sogar noch den Solidaritätsbeitrag obendrauf. Die Kirchensteuer ist zusätzlich anzurechnen, wenn das für dich zutrifft.

Dein Kind darf selbst über das Geld verfügen, wenn es 18 ist

Stell dir vor: Dein Kind wird 18 und du überreichst dem kleinen Schatz ein Depot über 22.000 Euro. Was macht der undankbare Fratz? Sie kauft sich damit einen neuen Golf 12 und fährt damit zum Feiern in den Süden. Nach 2 Wochen ist das ganze Geld dahin.

Das ist möglich. Wenn du das Depot auf den Namen deines Kindes führst, dann darf es damit machen, was es will.

Falls du dich bei dem Gedanken nicht wohlfühlst, dann eröffne das Depot lieber auf deinen Namen und nimm die Steuerzahlungen in Kauf.

Ein kluger Umgang mit Geld will erst gelernt werden. Ohne Druck.

Bist du zuversichtlich, dass es dich als Finanz-Vorbild sieht? Dann kannst du auch darauf vertrauen, dass es später gute Entscheidungen trifft.

Wir hoffen auf vernünftige 18jährige und haben das Depot auf den Namen unserer Kinder eröffnet.

Das Vermögen deiner Kinder beeinflusst Bafög und die Krankenversicherung

Dein Kind darf nur kostenlos in der gesetzlichen Kranken­versicherung mitversichert sein, wenn seine Einkünfte nicht 553,33 Euro pro Monat über­schreiten.

Wenn also bei Verkauf der Gewinn des Kinder-Depots 6.640 Euro überschreitet, reißt ihr diese Einkommensgrenze. Das gilt wohlgemerkt nur für den Gewinn, nicht für den gesamten Depotwert.

Die Bafög könnte später, bei Studienbeginn teilweise oder ganz reduziert werden, wenn dein Kind mehr als 8.200 EUR besitzt.

Ich habe meine Entscheidung für ein Depot auf den Namen meines Kindes nicht von diesen Rahmenbedingungen abhängig gemacht. Die können sich über die Jahre ändern.

Vertraue auf dein Bauchgefühl. Entscheidend bleibt die Frage: Fühle ich mich wohl dabei, wenn mein Kind über das Geld selbst entscheiden darf, sobald es 18 ist?

Welche Depots für Kinder gibt es?

Möchtest du ein Kinderdepot, kann ich dir folgende Depots empfehlen zu vergleichsweise günstigen Preisen (Unter 12 Euro Gebühren pro Jahr bei einem monatlichen Sparplan von 50 Euro):

Das Consorsbank Traderkonto für junge Leute*

finvesto Depot U18*

Das kostenlose Direkt-Depot der ING!*

Netbank Anlagekonto*

Wie ein Depot für Kinder eröffnen?

Um ein Depot auf den Namen eures Kindes zu eröffnen, müssen ein paar Formulare von beiden Elternteilen unterschrieben werden. Hauptsächlich geht es darum, dass euch bewusst ist, welches erhöhte Risiko mit einer Geldanlage in Aktien einhergeht. Zusätzlich benötigst du für die Eröffnung die Steuer ID deines Kindes.

Nach Unterzeichnung müssen alle ihre Identität mit einem Ausweis bestätigen. Das gilt auch für dein Kind! Entweder bei der Post, einem Partner der Post (PostIdent-Verfahren) oder bei der depotführenden Bank mit Filialgeschäft klappt das. Mit dem hektischen Familienalltag ist das oft schwer unter einen Hut zu bringen. Es lohnt sich aber allemal.


Wie hast du dich entschieden? Depot auf den Namen eures Kindes oder auf euren Namen? Schreibe es mir in die Kommentare!

Eva Brauckmann

Über die Autorin:

Seit über 10 Jahren arbeite ich in der IT-Branche und beschäftige mich mit Finanzen. Auf einemillionsatoshi.de begeistere ich Frauen für Bitcoin und die Blockchain. Bitcoin ist die größte Revolution unserer Generation. Bisher wurde das fast nur von Männern entdeckt. Ich bin Mutter eines Sohnes und einer Tochter. Mir ist es ein persönliches Anliegen, dass beide ihre Potenziale auch in Zukunft gleich entfalten können. Folge einemillionsatoshi, um mehr zu erfahren.


Mehr zum Thema

  • Hallo Eva,

    Danke für den Post mit den Infos. Das Thema wird und würde ja auch schon auf anderen Blogs diskutiert (bspw. bei Nico von Finanzglück). Wir haben für unsere Tochter ein Depot bei ebase eröffnet. Aus unserer Sicht bietet es den Vorteil, dass
    1. das Depot als Minderjährigen-Depot kostenlos ist
    2. dort sehr viele ETFs zu erwerben sind
    3. (Aktuell) pauschal 0,20% Transkationskosten erhoben werden. Das ist v.a. bei kleinen regelmäßigen Sparraten sehr günstig.

    Wir haben das Depot auf den Namen unserer Tochter eröffnet. Ich hoffe, wir schaffen es, bis zum Erreichen der Volljährigkeit den Mindset im Kontext Geld- und Finanzbildung und -Umgang entsprechend zu entwickeln. Auf der anderen Seite habe ich immer wieder die Sorge, dass es nicht klappen könnte und ja auch noch Peers und andere Lebensumstände einen Steich durch die Planung machen könnten.

    Wir haben uns bewusst ausschüttende ETFs entschieden. So wird über Jahre eine gewisse Steuerersparnis erreicht und zukünftige Veräußerungsgewinne durch die regelmäßigen Ausschüttungen im Vorfeld geschmälert.

    Wie handhabt ihr das mit euren Lütten?
    LG Pete

    • Hallo Pete,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Tatsächlich finde ich die Frage nicht einfach zu beantworten. Derzeit haben wir es so gelöst, dass in meinem Depot noch die ETFs für unsere Kinder liegen. Aus folgenden Gründen:

      1) Meine depotführende Bank, bei der ich auch mein Girokonto habe, bietet keine Jugenddepots an. Ich habe ein Girokonto bei der Sparda und folglich das Depot beim Genobroker. Die Depotgebühren sind vergleichbar mit der Comdirekt, also günstig, und das Verrechnungskonto ist gleich mein Girokonto. Das finde ich praktisch. Alles habe ich eröffnet, bevor die Kinder da waren. Würde ich es jetzt nochmal machen, würde ich wohl einen Anbieter wählen, der auch Kinderdepots anbietet.

      2) Unsere Kinder erhalten zu Weihnachten und Geburtstagen Geldgeschenke, da wir unsere Verwandten gebeten haben, nur wenig, aber dafür Ausgewähltes zu Verschenken. Daher sind die Zahlungseingänge also nicht regelmäßig. Wir selbst zahlen nicht auf die Kinder-ETFs ein, da der Betrag sonst gefühlt zu groß wäre über die Jahre.

      3) Wir haben uns für die ganze Familie für thesaurierende ETFs entschieden. Das ist ja Geschmackssache. Mein Gedanke dabei ist, dass wir und die Kleinen gerade Vermögen aufbauen wollen, und das sollte mit dem Reinvestieren besser klappen.
      Dein Ansatz mit dem ausschüttenden ETF für Kinder und dem Steuern sparen ist jedenfalls genial!

      4) Unsere Kinder sind noch klein mit 1,5 und 4,5 Jahren. Ich sehe auf jeden Fall die vielen Vorteile, wenn sie auf einem von meinem Depot getrennten Depot, ihrem eigenen Depot, ihre Aktieninvestments verfolgen können, Krisen unmittelbar erleben und erkennen, dass es trotzdem lohnt, am Ball zu bleiben. Jetzt sind sie jedoch noch etwas zu klein dafür. Sobald das gefühlt besser klappt, eröffne ich dann auch ein Depot für sie und ziehe wohl selbst mit dem ganzen Gedöns von mir auch dorthin.

      Fazit: Ich finde es einfach besser, nicht zu viele Verrechnungskonten und Depots unter verschiedenen Anbietern zu haben. Das erschwert die monatliche Abrechnung und die Steuererklärung. Gleichzeitig scheue ich die Verwaltungsarbeit eines Depotumzugs.

      Wenn die Kleinen alt genug sind und profitieren würden von einem besseren Lerneffekt, dann nehme ich den ganzen Umzug in Kauf.

      Unsere Kinder werden zu ihrem achtzehnten Geburtstag wohl ein gutes Startpaket bekommen für Ausbildung und Weltreise (hoffentlich) oder einen Kleinwagen (hoffentlich nicht), doch nicht übermäßig in Reichtum schwimmen. Bestimmt werden wir auch über den 18. Geburtstag hinaus unter die Arme greifen mit monatlichen Zuschüssen.

      Doch alles hat natürlich seine Grenzen. Schließlich sollen sie später mal nicht uns unterstützen müssen, wenn uns in der Rente mal das Geld ausgeht.

      Konnte ich etwas mehr Klarheit einbringen?

      Viele Grüße, Eva

  • Hallo Eva,

    Ja, ich glaube, da gibt es kein richtig oder falsch. Im Rückspiegel wird man immer wissen, welche Entscheidungen weise und welche einfach falsch waren.

    Ich muss sagen, dass das Managen diverser Konten und Depots dank guter Online-Portale und Verknüpfungen (bspw. auch ING und DKB) für uns eher keinen so großen Mehraufwand darstellen.

    Und: „Dank“ (Achtung, Ironie!) Übernahme der DAB haben wir schon mal das Thema Depotübertrag bei unserer Tochter durchgespielt. Retrospektiv ziemlich großer (zeitlich, nervlich und von den Formalien her) Aufwand. Auf keinen Fall vergleichbar mit dem Wechsel des Energielieferanten etc. Auf der anderen Seite, wissen wir jetzt, auf was zu achten ist und sind bei einem erneuten Wechsel gewappnet.

    Die Ausschütter haben wir nur für unsere Tochter ausgewählt. Wir selber sind v.a. in Thessaurierer investiert. Aber: sicher ist bekanntlich ja nur die Veränderung. Als wir mit ETFs vor einigen Jahren gestartet sind, haben wir viele von Comstage-ETFs ausgesucht. Dann kam bei Comstage vor 2-3 Jahren der Wechsel von thesaurierend auf ausschüttend. Und 2019 wurde die Sparte von Lyxor aufgekauft. Jetzt werden die ETFs verschmolzen. Fazit: von Zeit zu Zeit wird sich immer was ändern.

    Unser Wunsch wäre es, daß wir unsere Tochter vom Bild der goldenen Gans (bspw. Hund Namens Money) begeistern können: keine Liquidierung der Anlagen, sondern schönes regelmäßiges Zubrot in Form von Ausschüttungen für den Alltag, Ausbildung, Reise oder gerne auch zum weiteren Sparen / Anlegen, um die goldene Gans noch weiter zu füttern und regelmäßiges Renalancing zu unterstützen.

    LG – Pete

    • Hallo Pete,

      genau, dann finde ich deinen Ansatz so großartig mit dem ausschüttendem Fonds. Dabei lernen die Kinder viel. (Goldene Gans).

      Uff, dann hast du ja (gezwungenermaßen) richtig viel Erfahrung mit Depotwechsel. Kommt vielleicht auch noch auf uns zu, mal schauen.

      2 Anmerkungen habe ich zu meinem Kommentar, da der nicht ganz genau war:
      Seit 2018 wird ja ein ausschüttender oder thesaurierender Fonds mit Dividenden/Zinsen bei der Steuer gleich behandelt. Also wäre die Steuer von mir kein Argument.

      Und ich habe erfahren, dass der Genobroker mittlerweile Depots für Minderjährige anbietet. Dann mache ich mich mal auf den Weg zum Postamt und eröffne zwei Depots für unsere Kinder 🙂

      Liebe Grüße, Eva

  • Hallo,

    wir überlegen auch gerade ob wir Geld in unserem Namen oder im Namen unserer Kinder anlegen, mit dem Risiko das alles verprasst wird mit 18 🙂
    Wie ist das denn praktisch, bekommt der Nachwuchs passend zum 18. Geburtstag Post von der Bank?
    Sonst könnte man die Existenz des Depots doch auch einfach noch ein wenig für sich behalten, wenn man denkt die nötige Reife ist noch nicht vorhanden?

    Vg,
    Johannes

    • Hallo Johannes, danke für dein Kommentar. Ja, bei unserer Bank ist das jedenfalls so. Ich denke, auch die anderen Banken informieren dein Kind. Das Finanzamt hat ja auch ein gewisses Interesse daran, dass dein Kind über das Geld verfügt, da du ja auch Steuern gespart hast. Vielleicht könntest du im Ernstfall mit einem Anwalt bzw Notar reden der die Auszahlung in Tranchen koordiniert. Aber wir gehen ja alle vom Besten aus 🙂 Liebe Grüße, Eva

  • Hallo Eva,
    wenn ich so an mich in dem Alter zurückdenke, würde ich nicht zu sehr auf Vernunft setzen 🙂
    Auf welcher rechtlichen Grundlage, könnte denn ein Anwalt oder Notar aktiv werden, wenn das Geld unserem Sohn gehört?

    Vg und schöne Feiertage,
    Johannes

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