Strom sparen: 10 schnelle Tipps mit großer Wirkung

Die Kosten für Strom und Benzin steigen seit Monaten. Besonders Familien und Menschen mit niedrigerem Einkommen sind betroffen von den hohen Preisen. Mit diesen 10 schnellen Tipps kannst du jeden Tag Strom sparen. Die Wirkung ist groß: Über 350 Euro mehr pro Jahr sind drin!

Welche Geräte verbrauchen besonders viel Strom?

Mehr als die Hälfte des Stroms in Privathaushalten wird für das Kochen, Trocknen, Bügeln, Kühlen und Einfrieren benötigt. 12 % verbrauchen Dusche, Bad und Waschmaschine für Warmwasser. Für Fernseher oder andere Kommunikationsgeräte werden 17 % des Stroms verwendet. Der Rest entfällt auf Beleuchtung, Heizung und mechanische Haushaltsgeräte wie Rasenmäher oder Kaffeemühle.

Quellen: AG Energiebilanzen, BDEW; Stand 02/2021

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Für welche Haushalte ist Strom sparen besonders effektiv?

Hohe Strompreise belasten vor allem Familien. Sie kochen und waschen im Vergleich zu anderen Haushalten mehr. Dazu kommen die hohen Preise für Benzin. Die Inflation trifft sie also besonders hart. Gerade für Menschen mit geringen Einkommen stellen die hohen Energiepreise eine große Belastung dar. 

Mit diesen 10 einfachen Tipps kannst du schon heute eine große Wirkung sehen und Geld sparen.

Tipp 1: Kühlschrank richtig benutzen

Kaum zu glauben: Du sparst über 70 Euro im Jahr, wenn du die Kühlschranktür sofort schließt.

Du hast zu viel gekocht und möchtest die Reste aufbewahren? Dann lass sie zuerst abkühlen, bevor du sie in den Kühlschrank stellst.

7 Grad sind vollkommen ausreichend für die Aufbewahrung von Nahrungsmitteln. 

Beachte bei Elektrogeräten die Energieeffizienzklassen. Die sparsamsten sind gekennzeichnet mit einem grünen "A" oder "B".

Tipp 2: Das 1x1 beim Kochen

Wenn du öfter Wasser kochst für Heißgetränke, dann lohnt sich ein Wasserkocher. Fülle ihn nicht randvoll, verwende nur so viel Wasser, wie du tatsächlich brauchst.

Das gilt natürlich auch für Töpfe. Auf der großen Herdplatte kostet das Kochen ohne Topfdeckel dreimal so viel wie mit! 

Tipp 3: Internet ohne Kabel

Dein WLAN benötigt viel Strom. Wenn du also länger nicht zu Hause bist, nimm deinen Router von der Steckdose. Manche Router bieten auch die Funktion, manuell das WLAN ein- und auszuschalten. Sparfüchse nutzen das, wenn sie gerade kein WLAN benötigen. Bis zu 50 Euro pro Jahr kannst du so sparen.

Tipp 4: Stromanbieter automatisch wechseln

Für Neukunden bieten Stromanbieter hohe Rabatte. Nach ein oder zwei Jahren sind die Tarife aber wieder teuer. Es gibt jedoch Dienstleister, die jedes Jahr den günstigsten Tarif für dich finden! eSave.de oder Wechselpilot.com sind zwei gute Anbieter. Sie verlangen zwar eine kleine Gebühr, übernehmen aber in deinem Namen die Kommunikation mit dem Strom- und Gasanbieter. Du musst dich also um nichts mehr kümmern und sparst automatisch.

Tipp 5: Zählerstand melden

Du kannst durchaus 12-15 Euro pro Jahr sparen, wenn du den Zählerstand selbst meldest an deinen Versorger und ihn nicht schätzen lässt. Schnell und einfach klappt das, indem du ein Foto knipst vom Zähler und den per E-Mail direkt weiterleitest.

Tipp 6: Licht abdrehen!

Schalte das Licht ab, wenn du gerade nicht in einem Raum bist. Viele indirekte Lichtquellen sind hübsch anzusehen, sie gehen aber ins Geld.

Mit 6- oder 12-Watt lässt sich ein Zimmer schon gut beleuchten. Wie viel Licht eine Glühbirne liefert, steht auf der Verpackung in Lumen.

LED Lampen sind besonders hell, bei wenig Stromverbrauch. 

Tipp 7: Strom beim Backen voll nutzen

Wer viel und gerne backt, verbraucht viel Strom.

Beim Backen stelle den Regler auf Umluft statt auf Ober- und Unterhitze. Schiebe dein Gebäck, den Auflauf oder den Braten schon beim Aufheizen in den Backofen und lasse ihn auch während des Abkühlens drinnen. So nutzt du optimal die Energie.

Tipp 8: Fernseher ausschalten

Meine Kinder dürfen jeden Tag etwas Kurzes streamen. Seitdem sie wissen, dass sie beim Strom sparen helfen können, sind sie vollends begeistert. Nach dem Fernsehen stecken sie das Stromkabel aus - erst am nächsten Tag stecken sie es wieder ein. Auch der Standby-Modus frisst Strom!

Alternativ könnt ihr bei mehreren Geräten eine Steckerleiste mit Schalter nutzen.

Tipp 9: Geschirrspüler optimal nutzen

Räume den Geschirrspüler voll ein, bevor du ihn einschaltest. Auch hier gilt, dass Geräte mit hoher Energieeffizienzklasse "A" oder "B" besonders sparsam sind. Diese Geschirrspüler haben auch meist einen ECO-Spülgang im Programm. Das dauert zwar länger, aber du sparst Strom und Wasser.

Tipp 10: Effizient waschen und trocknen

Viele möchten Handtücher, Bettwäsche oder Unterwäsche keimfrei sauber halten. Dank der neuen Waschmittel lösen sich auch hartnäckige Verschmutzungen bei weniger Grad. Mithilfe von Universalwaschmittel und einem Schuss Essig statt Weichspüler werden auch viele Keime bei 30 Grad ausgespült. Wirklich alle Keime sterben erst bei 60 Grad ab. 1-2 Mal im Monat kannst du also durchaus noch so heiß waschen.

Nichts ist so günstig, wie die Wäsche draußen trocknen zu lassen - und es duftet dazu herrlich!

Eine Podcastfolge über Benzin- und Strom sparen habe ich für den "Meine Mäuse Podcast" aufgenommen. Hör jetzt rein!

Hast du noch einen einfachen Stromspartipp, den ich vergessen habe? Schreib ihn in die Kommentare!

Eva Brauckmann

Über die Autorin:

Seit über 10 Jahren arbeite ich in der IT-Branche und beschäftige mich mit Finanzen. Auf einemillionsatoshi.de begeistere ich Frauen für Bitcoin und die Blockchain. Bitcoin ist die größte Revolution unserer Generation. Bisher wurde das fast nur von Männern entdeckt. Ich bin Mutter eines Sohnes und einer Tochter. Mir ist es ein persönliches Anliegen, dass beide ihre Potenziale auch in Zukunft gleich entfalten können. Folge einemillionsatoshi, um mehr zu erfahren.


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  • Viele der Tipps sind gut, allerdings eher in die Kategorie Kleinvieh einzusortieren. Der Unterschied ob WLAN an oder aus ist, liegt bei meiner Fritzbox im Bereich von 2Watt. Ist also völlig irrelevant. Den Router vom Netz zu nehmen bedeutet oftmals auch die Telefonanlage damit stillzulegen.
    Der Verbrauch von Beleuchtung rückt schon seit Jahren in den Hintergrund. Der Umstieg von der Glühlampe zur ESL oder LED brachte zum Teil massive Ersparnis. Aber ob jetzt im Zimmer eine, drei oder 5 LED mit 5Watt brennen spielt kaum noch eine rolle. Zum Vergleich, die guten alten Halogenspots hatten gerne mal 8x 40Watt.
    TV ausschalten: Der Stromverbrauch sollte nicht darüber bestimmen wieviel man guckt. Das ist für mich Falschgeiz. Wer halt gerne TV guckt, der guckt eben viel TV. Seit bestimmt 5 Jahren schreibt die EU Richtlinie vor, dass die Standby-Verbräuche massiv gesenkt werden müssen. Seitdem ist auch viel passiert. Ich kenne kaum noch TVs die mehr als 1Watt im Standby schlucken. Selbst wenn davon 40 Geräte im Haus sind, läge man nur bei 350kwh im Jahr.
    Der Tipp mit dem Geschirrspüler trifft auf Einfamilienhäuser nur bedingt zu. Wer eine PV-Anlage auf dem Dach hat sollte eher weniger auf en Füllstand der Maschine achten sondern auf den Ertrag vom Dach. Scheint grade die Sonne sollten die Geräte anlaufen, egal ob sie erst halbvoll sind. Weg ist weg, und gekostet hat es dann auch nichts.

    Ich habe auch in der Vergangenheit diese ganzen Spartipps befolgt, aber wenn man ehrlich ist, ergeben sich Großverbraucher die sich kaum bekämpfen lassen. Gekocht werden muss immer, der Backofen hat auch sein Recht, die Umwälzpumpen im Keller müssen nunmal auch laufen, genau wie der Trockner oder die Waschmaschine oder der Kühlschrank und die Gefriertruhe. Kommt ein E-Auto hinzu sind mit ca. 2000-2500kwh jährlich mehr zu rechnen, was sämltiche Spartipps irgendwie albern erscheinen lässt und kommt dann noch eine Wärmepumpe im Haus hinzu dann kommen nochmal 4000kwh hinzu. Nur letztgenannte Verbraucher generieren also schon fast 7000kwh Stromverbrauch. Das rückt alles in ein anderes Licht. Ich habe aufgehört jedem Watt hinterherzurennen sondern konzentriere mich lieber darauf den Strom selbst zu erzeugen und damit dem Hamster-Rad zu entkommen.

    • Hi Daniel, vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast den Artikel echt bereichert. Hier wollte ich vor allem ganz einfache Tipps auflisten, die wir sofort umsetzen können. Eine PV-Anlage am Dach hilft natürlich viel mehr beim Sparen, ist aber nicht so schnell installiert. Danke jedenfalls für deine top Insights! Beste Grüße Eva

  • Das mit PV-Anlage geht übrigens auch als Mieter. Sogenannte Balkonkraftwerke können seit April 2019 relativ unproblematisch nahezu überall verwendet werden.
    Diese bestehen aus1 bis 2 Solarpanelen und einem Microwechselrichter mit maximal 600 Watt Leistung. Können an die Steckdose angeschlossen werden und decken so im Idealfall die Grundlast.

    Einfache Anmeldung im Markstammdatenregister bei der Bundesnetzagentur und beim Netzbetreiber. Seit 2019 gibt es eine Neuregelung der Norm VDE-AR-N 4105. Seither ist der Netzbetreiber verpflichtet eine Anmeldung zu akzeptieren.
    Gebt einfach Balkonkraftwerk in einer Suchmaschine ein und ihr werdet mit Infos überschüttet. Kann im Idealfall bis zu 500 kWh/Jahr sparen. Es gibt keine Vergütung für den eingespeisten Strom. Der selbst produzierte Strom wird im Idealfall auch selbst verbraucht und deckt die Grundlast. Die Anschaffungskosten liegen für die kleine Lösung mit 300 Watt bei 350 bis 400 Euro. Die Lösung mit 600 Watt kostet etwa das Doppelte. Wenn alles gut läuft hat man die Kosten in ca. 4 Jahren wieder drin.

  • Ich finde es schon seit jeher gut, aus möglichst wenig viel zu machen, beim Strom heißt das: Strom möglichst so zu sparen, daß man keinen Verzicht spürt.

    Das hat bei mir ganz gut geklappt: Wir brauchen zu zweit in einem Haus unter 1400 kWh im Jahr (Brauchwasserbereitung ist nicht elektrisch). Das ist weniger, als die meisten Einzelpersonenhaushalte an Strom verbrauchen.

    Viel Strom braucht alles, was Wärme erzeugt; relativ viel Strom braucht alles, was dauernd läuft.

    Damit man weiß, woran man ist, ist es unabdingbar, den Stromverbrauch des entsprechenden Geräts zu messen. Das dazu nötige Meßgerät ist billig zu kaufen (etwa ab einem Zehner), man kann es auch bei vielen Stromversorgern kostenfrei ausleihen. Man macht sich eine Liste seiner Wohnräume und darin aller Stromverbraucher (Ich Computermensch nehme dafür natürlich Excel).

    Dann mißt man sie einen um den anderen Stromverbraucher durch. Bei den meisten Geräten (etwa Lampen) bekommt man den Stromverbrauch direkt angezeigt. Bei Geräten, die intermittierend laufen (etwa dem Kühlschrank) muß man den Stromverbrauch einige Stunden lang messen (im Idealfall einen Tag), damit sich die Ein- und Auszeiten des Kompressors ausmitteln. Bei einigen Stromverbrauchern, die fest angeschlossen sind, etwa dem Herd oder dem elektrischen Durchlauferhitzer, ist der Laie mit seinem Stromverbrauchsmeßgerät überfordert. Deren Stromverbrauch läßt sich so einfach nicht messen.

    Wenn man das gemacht hat, weiß man, wo Sparpotential steckt. Es hat keinen großen Zweck, ein modernes Steckernetzteil des Mobiltelephons sorgsam rein- und rauszustecken, damit es im Nichtgebrauch nicht an der Leitung zutzelt, denn es braucht (wenn kein Handy dranhängt) so wenig Strom, daß das einfache Meßgerät ihn noch nicht einmal anzeigen kann. Etwa das Dreißigfache dessen (!) braucht das Ladeteil der elektrischen Zahnbürste, die ich sehr wohl herausziehe, weil es für die Zahnbürste reicht, wenn man sie einmal in der Woche über Nacht auflädt.

    Wer ärgerlicherweise einen elektrischen Durchlauferhitzer an seiner Dusche hat, dem muß ich eine unangenehme Wahrheit eröffnen: Dieses Gerät allein schluckt etwa 30% des Stroms eines so ausgestatteten Haushalts und das größte Stromsparpotential heißt hier: Kürzer und/oder kälter duschen 🙁

    Ein weiterer großer Stromverbraucher ist ein Wäschetrockner. Wer keine andere Möglichkeit zum stromlosen Wäschetrocknen hat, das Ding also benutzen MUSS, tut wohl daran, einen Wäschetrockner mit Wärmepumpentechnik zu kaufen. Der schluckt auch noch eine Menge, aber immerhin nur die Hälfte dessen, was ein konventionelles Gerät an Strom braucht.

    (Ich rechne die kWh Strom im folgenden der Einfachkeit halber mit 33 ct/kWh. Das ist – Stand 03/2022 – ein historischer Wert, aber er läßt sich halt mit 3 kWh auf den Euro leicht rechnen. Wer will, rechnet mit 50 ct/kWh oder 2 kWh auf den Euro.)

    > Tipp 1: Kühlschrank richtig benutzen
    > Kaum zu glauben: Du sparst über 70 Euro im Jahr, wenn du
    > die Kühlschranktür sofort schließt.

    Nein 🙂 Das ist geschwindelt.
    Meine Kühlgefrierkombi (180 cm hoch) schluckt im Jahr 256 kWh Strom oder etwa 85 Euro. Daß ich davon 70 Euro allein durch kurzes Türöffnen sparen könnte, ist unplausibel.

    Das Gerät ist mittlerweile um die 10 Jahre alt; zum Kaufzeitpunkt schluckten die besten Geräte dieser Größe um die 200 kWh/a, aktuell schlucken die besten Geräte dieser Größe um die 150 kWh/a. Aber: Damals wie heute sind die Topgeräte um die 200 Euro teurer als Geräte der zweiten Klasse. Das muß man über den Minderverbrauch erstmal hereinsparen.

    > Tipp 2: Das 1×1 beim Kochen
    > Wenn du öfter Wasser kochst für Heißgetränke, dann lohnt
    > sich ein Wasserkocher. Fülle ihn nicht randvoll, verwende
    > nur so viel Wasser, wie du tatsächlich brauchst.

    > Das gilt natürlich auch für Töpfe. Auf der großen Herdplatte
    > kostet das Kochen ohne Topfdeckel dreimal so viel wie mit!

    Unbedingt.
    Ich esse gern Nudel mit Tomatensoße. Dazu fülle ich die Schüssel, aus der ich gern esse, mit Wasser, kippe das in den Wasserkocher und bringe es zum Kochen. Wenn es kocht, leere ich das kochende Wasser zurück in mein Eßgeschirr, werfe die Nudeln hinein und stelle die Schüssel in die Mikrowelle. Man muß etwas ausprobieren, auf welcher Stufe man die Mikrowelle laufen lassen muß und wie lang (das hängt nämlich sehr von der Menge des Kochgutes ab). Bei mir dauert das 5 Minuten, bis mein Quantum Nudeln die erwünschte Konsistenz hat. Herausholen, abgießen, mit Tomatensoße vermischen (die sich dadurch erwärmt, und die Nudeln abkühlt, so daß ich sie gleich essen kann). Das kostet nur einen Bruchteil des Stroms, als wenn ich die Nudeln auf dem Herd kochte.

    > Tipp 3: Internet ohne Kabel
    > Dein WLAN benötigt viel Strom. Wenn du also länger
    > nicht zu Hause bist, nimm deinen Router von der Steckdose.
    > …
    > Bis zu 50 Euro pro Jahr kannst du so sparen.

    Na ja, „bis zu“.

    1 Watt Dauerleistung summiert sich in den 8760 Stunden eines Jahres zu etwa 9 kWh/a. Wenn 1 kWh etwa 33 ct kostet, sind das pro Watt Dauerleistung etwa 3 Euro jährlich.

    Meine Fritzbox 7490 braucht aus der Schachtel 9,2 W (also etwa 30 Euro Strom im Jahr). Wenn ich sie dauernd ausgesteckt lasse, spare ich 30 Euro im Jahr, habe dafür dann aber auch ein Jahr kein Internet. Keine gute Idee.

    Ich kann ihr das 5-GHz-WLAN wegschalten und den USB-Anschluß, die ich hier beide nicht braucht. Dadurch sinkt die Stromaufnahme immerhin auf 7,6 W. 1,5 Watt gespart, 5 Euro im Jahr. Das mache ich natürlich, wenngleich es die Wurst nicht vom Teller zieht.

    Wenn ich jetzt aber noch das WLAN ganz abschalte, geht der Stromverbrauch nur noch um ein halbes Watt zurück, also 1,50 Euro im Jahr. Das WLAN gönn ich mir 🙂 Klar könnte ich das WLAN abschalten, wenn ich nicht zuhause bin (oder zuhause bin und schlafe). Aber das hätte natürlich einen katastrophalen WAF (Woman’s acceptance factor) für ein Sparpotential von 1,50 Euro im Jahr. Das wäre vermutlich kein gutes Geschäft.

    Es gibt eine schnucklige kleine Fritzbox 7412, die damals exklusiv für 1&1 gebaut worden ist. Die läuft bis 100 MBit/s problemlos, es gibt sie in der Bucht für um die 20 Flocken — und sie braucht nochmal 2,5 W weniger als die 7490 (oder 7,50 Euro im Jahr).

    Ich habe hier eine als Ersatzgerät im Regal stehen für den Fall, daß der Blitz einschlägt und mir meine 7490 röstet.

    > Tipp 4: Stromanbieter automatisch wechseln
    > Für Neukunden bieten Stromanbieter hohe Rabatte.
    > Nach ein oder zwei Jahren sind die Tarife aber wieder teuer.
    > Es gibt jedoch Dienstleister, die jedes Jahr den
    > günstigsten Tarif für dich finden!

    Das habe ich bis zum letzten Jahr auch alle Jahre gemacht. Das sparte zwar keinen Strom, aber Stromkosten, und zwar um die 25%. In der aktuellen Marktsituation (03/2022) klappt das aber nicht mehr. Ob die alten Zeiten je wiederkommen?

    > Tipp 5: Zählerstand melden
    > Du kannst durchaus 12-15 Euro pro Jahr sparen, wenn du
    > den Zählerstand selbst meldest an deinen Versorger und
    > ihn nicht schätzen lässt.

    Das klappt bei uns nicht. Ich melde meinen Zählerstand seit Jahrzehnten selbst. Einen Rabatt gibts dafür meines Wissens nicht. Ist für mich doch viel bequemer, den Zählerstand selbst abzulesen. Da brauche ich mir für den Ableser nicht freizunehmen. Übrigens: Die Stadtwerke prüfen meine Angabe auf Plausibilität. Sollte ich besch…en, würden die das merken und doch einen Menschen vorbeischicken. Nicht machen, aus mehreren Gründen nicht.

    > Tipp 6: Licht abdrehen!
    > Schalte das Licht ab, wenn du gerade nicht in einem Raum bist.

    Klar. Mach ich, wenngleich man im Zeitalter der Leuchtdioden damit nicht so fürchterlich viel mehr sparen kann.

    > Tipp 7: Strom beim Backen voll nutzen
    > Wer viel und gerne backt, verbraucht viel Strom.

    Klar. Und irgendwie muß das Geld schließlich ja auch weg. Wer gern backt, backt gern. Der muß in der gleichen Zeit jedenfalls keine Kinokarte bezahlen (und auch keine Zeche in der Kneipe).

    > Tipp 8: Fernseher ausschalten

    Das mache ich nicht. Der Fernseher läuft bei uns im Standby, wenn er „aus“ ist. Das kostet etwa 1 Watt (oder 3 Euro im Jahr). Das gönne ich ihr.

    Anders die Stereoanlage! Die schluckt im Standby mehr als 10 Watt (30 Euro im Jahr), und ich nutze sie kaum. Die schalte ich über eine schaltbare Steckerleiste ganz ab. Bei Licht besehen könnte ich sie auch verschenken/verkaufen.

    > Tipp 9: Geschirrspüler optimal nutzen

    Ich habe einen Geschirrspüler (war in der Küche drin), aber nutze ihn nicht. Zwei Teller kann man auch im Spülbecken abspülen.

    > Tipp 10: Effizient waschen und trocknen
    > Viele möchten Handtücher, Bettwäsche oder Unterwäsche keimfrei sauber
    > halten. Dank der neuen Waschmittel lösen sich auch hartnäckige
    > Verschmutzungen bei weniger Grad.

    Ein Waschgang braucht etwa 1 kWh Strom.
    Ein Trockengang kann 4 kWh Strom kosten.

    Also: Waschen muß man immer mal wieder, den Strom spart man dadurch, daß man die Wäsche auf die Leine hängt.

    Tip 11:
    Strom braucht, was a) viel Strom schluckt und b) lange läuft.

    Bei mir läuft der PC viele Stunden am Tag. Das ist ein Laptop. Der schluckt entscheidend weniger Strom als ein Desktop (etwa die Hälfte bis ein Drittel). Ich schätze das Licht meines Schreibtischlämpchen aus einem schwedischen Möbelhaus. Seine LED braucht nur 3 W und ist mir allemal hell genug. Wer allerdings nebenher noch mit Papier fuddeln muß, braucht mehr Licht.

    Logisch, daß das Zusatzgedöns wie etwa der Drucker, das ich nur alle Jubeljahre brauche, komplett über eine schaltbare Steckerleiste ausgeschaltet wird.

    Der Laptop braucht im Stromsparmodus („Standby“) nur 1 W, ist dafür auf Tastendruck sofort wieder da. Die 3 Euro im Jahr ist mir diese Funktion wert.

    Einen hervorragenden WAF hat zumindest in diesem Haushalt ein Tablet, das einen Laptop ersetzt. Zum Surfen ist es sicherlich genauso gut (für andere Dinge, wie etwa Texte schreiben, aber eher nicht). Ein Tablet braucht nochmal deutlich weniger Strom als ein Laptop (oder auch ein Fernseher!). Ich kenne eine Frau, die ihr Tablet ins Herz geschlossen hat und ihren täglichen Krimi aus der Mediathek saugt. Ich habe ihr gezeigt, wie das auch auf dem Fernseher geht, aber das will sie nicht, weil sie den Fernseher halt nicht mit sich herumtragen kann. Was den Stromverbrauch anlangt, schluckt das Tablet natürlich bedeutend weniger als der Fernseher.

    Viele Wenig machen ein Viel. Ich achte generell darauf, Elektrogeräte nur dann einzuschalten, wenn ich sie brauche, übertreibe es damit aber nicht, wie ich oben geschrieben habe. Ich schätze beispielsweise sehr die Glimmlampen in manchen Schaltern, die mir in der Nacht Orientierung geben, auch wenn das natürlich Strom kostet.

    Dieses (Abrechnungs-)Jahr sieht es gut aus, wir werden am Ende vermutlich 10% weniger verbraucht haben als im letzten Jahr.

    Ein letzter Tip am Schluß: Es ist nützlich, die Zählerstände in kurzen Abständen zu prüfen. So merkt man schnell, wenn etwas aus dem Ruder läuft und kann rechtzeitig gegensteuern. Ich mache das einmal in der Woche und trage die Werte in ein Excel-Blatt ein. Das Blatt enthält auch eine Formel, die ausrechnet, wie hoch der Jahresverbrauch bei gleichem Verbrauchsverhalten sein wird. Das heißt: Ich könnte jetzt schon sagen, wie hoch die Rechnung im kommenden Juli sein wird.

    PS: Der vielgenannte Tip mit der Heizungspumpe stammt aus der Mottenkiste. Eine übliche Heizanlage hat schon seit mindestens 10 Jahren eine sog. „Hocheffizienzpumpe“ eingebaut (die in der Tat deutlich weniger braucht als eine herkömmliche), aber auch die Pumpe, die in diesem Haus anno 1989 eingebaut worden ist, schluckte schon nur einen Bruchteil dessen, was in „Stromspartips“ allgemein behauptet wird. Und natürlich lief diese Pumpe nicht den ganzen Tag (sondern nur in der Heizzeit) und natürlich lief die nicht das ganze Jahr (sondern nur in der Heizperiode).

    • Hi Achim, vielen Dank für dein ausführliches „Auseinandernehmen“. Mit einem Stromverbrauch-Messer lassen sich die Tipps gut auf Herz und Nieren prüfen. Das hat den Artikel richtig bereichert. Das mit der Kühlschranktür und dem WLAN werde ich jetzt auf jeden Fall selbst nachprüfen.

      Beste Grüße, Eva

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