Bitcoin Power Law: Trifft es noch zu oder ist es veraltet? Was das Power-Law-Modell bedeutet und warum es bei Bitcoin noch immer zutrifft.

Bitcoin Power Law: Was besagt es?

Der Bitcoin-Kurs ist seit Oktober 2025 über 30 Prozent gefallen. So einen starken Rückgang innerhalb von kurzer Zeit gab es schon lange nicht mehr. Kein Wunder also, dass viele Anleger jetzt verunsichert sind und sich fragen: Ist der Bullenmarkt schon vorbei? Eigentlich hätte Bitcoin laut dem sogenannten Power-Law-Modell Ende 2025 längst neue Höhen erreichen sollen: 270.000 Dollar, so die Prognose. Doch heute sind wir weit von diesem Ziel entfernt.

Wie passt das zusammen? Und können wir dem Modell überhaupt noch vertrauen?

In diesem Artikel erfährst du, warum das Power Law noch zutrifft, welches Chart vielleicht mehr aussagt und vor allem: warum langfristiges Denken wichtiger ist denn je.

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In diesem Video erfährst du, was das Power Law ist und warum es noch immer zutrifft – auch wenn du nie gut in Mathe warst.

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Was ist das Power-Law-Modell?

Das Power-Law-Modell beschreibt Beziehungen, bei denen zwei Größen nicht linear zusammenhängen, sondern so, dass die eine proportional zur Potenz der anderen wächst. Wird dieser Zusammenhang logarithmiert, erscheinen diese Daten als gerade Linie. Genau daran erkennt man ein Power Law. Solche Muster treten in der Natur erstaunlich häufig auf, zum Beispiel beim Verhältnis von Körpergröße zu Energieverbrauch bei Säugetieren (siehe Abbildung 1) oder bei der Anzahl von Krankenhäusern im Verhältnis zur Stadtgröße. (siehe Abbildung 2)

Auch bei Bitcoin zeigt sich dieses Verhalten: Betrachtet man den Kurs zuerst ohne Log-Achsen, wirkt der Verlauf chaotisch und exponentiell. Mit logarithmischer Preisachse wird das langfristige Wachstum sichtbar strukturiert. Sobald beide Achsen logarithmiert werden, also Zeit und Preis, beginnt die Entwicklung einer Potenzfunktion zu folgen: ein Hinweis darauf, dass Bitcoin, ähnlich wie natürliche und soziale Systeme, Skalierungsgesetzen und Netzwerkeffekten unterliegt, die typischerweise Power Laws hervorbringen.

Power Law Bitcoin Illustration
Illustration Power Law bei Bitcoin (copyright einemillionsatoshi)

Trifft das Power Law noch zu?

Trotz des starken Kursrückgangs spricht vieles dafür, dass das Power Law weiterhin im Großen und Ganzen intakt ist. Power-Law-Modelle beschreiben langfristige Muster. Nicht exakte Preisprognosen an bestimmten Tagen. Und gerade Bitcoin ist bekannt dafür, selbst innerhalb bestehender Power-Law-Trendkanäle immer wieder deutlich einzubrechen. Entscheidend ist daher nicht die kurzfristige Abweichung, sondern ob der Kurs auf der log-log-Darstellung weiterhin innerhalb des langfristigen Trendbandes bleibt. Bisher liegt der Rückgang zwar am unteren Rand dieses Bereichs, aber nicht außerhalb dessen, was frühere Zyklen ebenfalls gezeigt haben. Erst bei einem Kurs unter 50.000 USD bricht das Modell.

Der aktuelle Einbruch wirkt also dramatisch, ist aber historisch typisch und stellt das grundlegende Power-Law-Verhalten bisher nicht infrage.

https://charts.bitbo.io/long-term-power-law/
Quelle: Charts Bitbo.io. Zuletzt aufgerufen 30.11.2025

Warum Preisprognosen irreführend sind

Ein Chart ist für mich sogar noch aussagekräftiger als das Power Law: die „Long time Hodler Supply“. Sie zeigt, welcher Anteil der Bitcoin-Adressen ihre Vermögenswerte seit mindestens 155 Tagen nicht bewegt hat. Also ohne eine einzige ausgehende Transaktion. Damit misst sie nicht Preis, Spekulation oder kurzfristigen Lärm, sondern das Verhalten der überzeugtesten Marktteilnehmer (Hodler).

Long Time Hodler Supply
Quelle: Charts.bitbo.io. Zuletzt aufgerufen 30.11.2025

Steigt der Anteil dieser Langzeit-Hodler, spricht das für wachsendes Vertrauen und eine zunehmend reife, langfristig denkende Nutzerbasis. Sinkt er, deutet das eher auf Nervosität oder verstärkte Verkaufsaktivität hin. Genau deshalb ist die „Long time Hodler Supply“ für mich spannender als jedes Modell: Sie bildet also nicht Erwartungen ab, sondern echtes Verhalten.

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Adoption oder Power-Law?

In Zeiten extremer Kursbewegungen ist langfristiges Denken wichtiger denn je. Kurzfristige Schwankungen sagen wenig über den wahren Wert eines Systems aus. Entscheidend sind die grundlegenden Entwicklungen, die sich über Jahre hinweg entfalten: Netzwerkeffekte, Adoption, technologische Reife und das Verhalten der langfristigen Holder. Wer nur auf Wochen oder Monate blickt, sieht Chaos; wer den Blick auf Jahrzehnte richtet, erkennt Stabilität und Fortschritt.

Somit nutze ich das Bitcoin-Power-Law-Modell nicht für exakte Kursprognosen, sondern für die langfristige Orientierung. Die Parallelen zur Natur bleiben eine faszinierende Beobachtung. Mein Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Realität: Wie viele Adressen halten ihre Bitcoin auch in Krisen fest? Denn das Verhalten der Nutzer wiegt am Ende schwerer als jedes mathematische Modell.

Wie siehst du das? Glaubst du an das Power-Law-Modell bei Bitcoin? Schreib es in die Kommentare.

Dieser Artikel wurde inspiriert von dem „Bitcoin Power Law“ Vortrag von Giovanni Santostasi bei Lesfemmesorange.

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Eva Brauckmann ist Speakerin und Gründerin von einemillionsatoshi. Nach 15 Jahren bei Google hat sie sich neu ausgerichtet – heute vermittelt sie Wissen über Finanzen, Bitcoin und digitale Selbstbestimmung. Ihr Anliegen: finanzielle Bildung greifbar machen und Menschen zu mehr Eigenverantwortung inspirieren.


Kommentare

2 Antworten zu „Bitcoin Power Law: Was besagt es?“

  1. Avatar von Walter
    Walter

    Hallo Eva.

    > Eigentlich hätte Bitcoin laut dem sogenannten
    > Power-Law-Modell Ende 2025 längst neue
    > Höhen erreichen sollen: 270.000 Dollar,
    > so die Prognose.

    Die 270.000 USD-Prognose kann ich nicht so recht nachvollziehen.
    Wenn ich z.B. https://charts.bitbo.io/long-term-power-law/
    aufrufe, dann bekomme ich $142.782 für den 31.12.25 angezeigt.

    Außerdem: Das Power Law gibt keine Preise vor, sondern liefert lediglich eine beobachte, d.h. berechnete Mittelgerade (Regressionsgerade), die man als „fairen Wert“ bezeichnend könnte, und um die sich Bitcoin „herumschlängelt“ – mal drüber und mal drunter.

    Das Power Law macht aber keine Aussagen, ob Bitcoin zu einem Zeitpunkt X über der Geraden, auf der Geraden oder unter der Geraden liegen sollte.

    > Ein Chart ist für mich sogar noch aussagekräftiger
    > als das Power Law: die „Long time Hodler Supply“.
    > Sie zeigt, welcher Anteil der Bitcoin-Adressen ihre
    > Vermögenswerte seit mindestens 155 Tagen nicht
    > bewegt hat.

    Da wären die deutlich älteren Hodler noch interessanter, weil man ja immer liest, dass gerade die alten BTC-OGs im großen Stil per OTC an die BTC-ETFs verkauft hätten.

    Wenn man die „Hodl Waves“ unter https://www.unchained.com/hodlwaves
    anschaut, dann sieht man, dass die Zahl der Adressen zwischen 3 und 5 Jahren Haltedauer und die Zahl deren zwischen 5 und 7 Jahren Haltedauer deutlich geschrumpft ist. Die beiden noch älteren Gruppen (7 bis 10 Jahre, über 10 Jahre) sind dagegen eher gestiegen.

    Sprich, der Grafik nach haben anscheinend die ganze alten Adressen ihre Bestände doch behalten, während zumeist Käufer zwischen 2018 und 2022 Kasse gemacht haben.

    Gruß Walter

  2. Avatar von Eva Brauckmann

    Hallo Walter,

    vielen Dank für deinen ausführlichen und fundierten Kommentar! Es freut mich sehr, wenn Leser so tief in die Daten eintauchen.

    Du hast absolut recht mit deiner Präzisierung zum Power Law: Es liefert uns keinen Fahrplan für exakte Tagespreise. Die 270.000 USD bezogen sich auf optimistische Projektionen für ein mögliches Zyklus-Top („Upper Band“), nicht auf den Mittelwert – aber deine Zahl von ~142.000 USD für die Basislinie ist wichtig zur Einordnung.

    Besonders spannend finde ich deinen Hinweis zu den „Hodl Waves“. Dass die ganz alten „OG“-Adressen (10 Jahre+) stabil bleiben und eher die Kohorten von 2018 bis 2022 verkauft haben. Danke für den Link zu Unchained, das ist eine super Ergänzung zum Artikel!

    Liebe Grüße, Eva

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